GEOFutureCamp 2026 am Milchplatz
Technische Hochschule Georg Agricola und Hülskens geben Einblicke in Studien- und Berufswelt
Gut 60 Schülerinnen und Schüler aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland erhielten Ende März beim 2. GeoFuture Camp im Kieswerk Rheinberg-Eversael praxisnahe Einblicke in die Rohstoffgewinnung und die dazugehörigen Studien- und Berufsmöglichkeiten. „Wir wollen den jungen Leuten ganz praktisch zeigen, wo mineralische Rohstoffe wie Kies und Sand herkommen, wofür man das braucht und welche Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten es in dieser Branche gibt.“ erklärt Prof. Dr. Albert Daniels, Lehrstuhlinhaber für Rohstoffgewinnung und Recycling an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum.
Bochum/Rheinberg Wie sieht eigentlich der Weg des wichtigsten Baurohstoffs von der geologischen Lagerstätte, über die Gewinnung bis zur Aufbereitung und Verladung aus? Welche Berufe sind daran beteiligt? Und welche Studiengänge führen in diese Branche? Antworten auf diese Fragen erhielten gut 60 Schülerinnen aus dem Ruhrgebiet, Münsterland und vom Niederrhein beim GeoFuture Camp, das in diesem Jahr als Kooperation zwischen der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA), Bochum, und der Hülskens GmbH & Co. KG, Wesel, im Kieswerk Milchplatz in Rheinberg stattfand. Vor Ort wurde der gesamte Weg des Rohstoffs sichtbar: von der Gewinnung des Rohkies, über die Aufbereitung und Sortierung der unterschiedlichen Körnungen bis hin zur Verladung.
Flankiert wurden die technischen Informationen zu den Arbeitsschritten durch Hintergrundwissen zur Geologie, Geotechnik sowie zum Vermessungswesen und grundsätzlich zu mineralischen Rohstoffen. Hierzu standen gleich mehrere Professoren und Dozenten der THGA dem Nachwuchs Rede und Antwort.
Dabei wurde deutlich, wie viele Fachrichtungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Rohstoffingenieurinnen und -ingenieure planen und steuern die Gewinnung, Geotechnikerinnen und Geotechniker sowie Geologinnen und Geologen erkunden und erschließen neue Lagerstätten, Vermessungsingenieurinnen und -ingenieure erfassen und planen Flächen, und Verfahrenstechnikerinnen und -techniker kümmern sich um die Aufbereitung und Weiterverarbeitung der Rohstoffe.
Besonders der hohe Praxisbezug der Studiengänge wurde in diesem Camp rasch sichtbar: Neben der Besichtigung der Anlagen konnten Schülerinnen auch selbst einen Hydraulikbagger steuern. Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Rekultivierung und Nachnutzung der Abbaustelle. Hier wurde durch die Fa. Hülskens die Biotopentwicklung und deren Bedeutung für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten erläutert, auch das konnten sich die Schülerinnen und Schüler vor Ort praxisnah ansehen.
Die Eindrücke vor Ort hinterließen Wirkung. „Es hat mir auf jeden Fall Einblick gebracht, was man für einen Job machen kann. Dieses Interaktive mit Bagger fahren – das war schon cool“, sagte Maximilian nach dem Besuch. Auch Fiete nahm neue Perspektiven mit: „Ich fand interessant, dass man gesehen hat, wie viele Prozesse bei der Kiesgewinnung dahinterstecken und fand es auch gut, dass es auch um das Thema Rohstoffsicherung geht.“
Dr. Albert Daniels, Professor zeigte sich am Ende zufrieden mit der Veranstaltung: „Es ist unglaublich wichtig, dass sich junge Menschen für diese Zukunftsberufe entscheiden. Sie stehen ganz am Anfang der Wertschöpfungskette und sorgen dafür, dass die Rohstoffversorgung und damit viele Bereiche unseres täglichen Lebens überhaupt möglich sind. Gleichzeitig geht es um die Rohstoffsicherheit für unser Land – dafür brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte.“
Dieser Aussage schloss sich auch das diesjährige Partnerunternehmen an. Hülskens-Pressesprecher Ingo Thielen: „Das GeoFuture Camp zeigt Schülerinnen und Schülern frühzeitig, welche Rolle mineralische Rohstoffe in unserem Alltag spielen und welche vielfältigen Studien- und Berufsmöglichkeiten es in diesem Bereich gibt. Jeden Tag braucht jeder Bundesbürger rechnerisch etwa 1kg Steine pro Stunde. Für die anstehend Infrastrukturaufgaben, den Wohnungsbau, die Sanierung von Brücken und die Energiewende in NRW und Deutschland braucht man auch in Zukunft Kies und Sand. Und dafür wiederum braucht man engagierte und gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb ist eine solche Kooperationsveranstaltung zwischen Industrie und Wissenschaft sehr wichtig.“
Hintergrundinformation: GeoFuture Camps organisierte die Technischen Hochschule Georg Agricola auch schon in den vergangenen Jahren. Damals besuchten Schülerinnen und Schüler einen Steinbruch in Hagen-Hombruch und erhielten Einblicke in die Natursteingewinnung. Mit Veranstaltungen wie diesen möchte die TH Georg Agricola jungen Menschen praxisnah zeigen, welche Studienmöglichkeiten und Berufsperspektiven es in den Bereichen Rohstoffe, Geotechnik, angewandte Geologie, Vermessung und Verfahrenstechnik gibt – und wie wichtig diese Fachrichtungen für die Rohstoffversorgung und die Infrastruktur von morgen sind.