Die Geschichte von Hülskens – vom Wasserbau zum Firmenverband

Unternehmensgeschichte seit 1905 – mit Wurzeln im Wasserbau des 19. Jahrhunderts.

Die Geschichte des Hülskens Firmenverbands beginnt am Niederrhein. Bereits im 19. Jahrhundert war der spätere Namensgeber Gerhard Hülskens im Wasserbau tätig. Mit der Gründung der Gerhard Hülskens & Cie. GmbH im Jahr 1905 entstand die Grundlage für den heutigen Firmenverband. Im Laufe der Jahrzehnte kamen weitere Geschäftsfelder hinzu. Neben dem Wasserbau entwickelten sich insbesondere die Gewinnung mineralischer Rohstoffe, die Baustoffproduktion und die Logistik.

Die Anfänge im Wasserbau

Gerhard Hülskens und der Niederrhein

Gerhard Hülskens wurde 1849 in Keeken bei Kleve am Niederrhein geboren. Seine Tätigkeiten im Wasserbau standen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Wasserstraßen am Niederrhein. Bereits sein Vater war Deichgraf und Wasserbauer gewesen. Gerhard Hülskens trat in seine Fußstapfen, wurde ebenfalls Deichgraf und Wasserbauer. Bereits ende des 19. Jahrhunderts arbeitete er eng mit verschiedenen Unternehmen aus den Niederlanden bzw. am Niederrhein zusammen. Vor allem kümmerte er sich darum, den Rhein oberhalb von Emmerich schiffbar zu machen. bereits zur Jahrhundertwende betrieb Gerhard Hülskens mehrere Baggerschiffe, sogenannte Eimerkettenschwimmbagger. Das Baggergut, Kies und Sand aus dem Rhein, verkaufte er. Das diente seinerzeit vor allem für Bauprojekte sowie zum Ausbau des Schienen- und Eisenbahnnetzes am Niederrhein sowie im Ruhrgebiet.

Unternehmensgründung 1905

Mit der Gründung der Gerhard Hülskens & Cie. GmbH zusammen mit Conrad Krieger wurde die unternehmerische Tätigkeit auf eine neue organisatorische Grundlage gestellt. Kurz danach stieß der langjährige Partner und bereits stille Teilhaber Dietrich (Diez) Kuckelmann dazu.

Erweiterung der Geschäftsfelder

1911 – Heinr. Elskes wird Teil des Unternehmens

Mit dem Erwerb des Unternehmens Heinr. Elskes GmbH & Co. KG, gegründet 1875 in Duisburg wurde das Leistungsspektrum erweitert. "Elskes" war in Duisburg vor allem als Kranbetreiber (Verladelogistik) sowie Kiesbaggerei tätig. Er wirkte maßgeblich am Auf- und Ausbau des Duisburger Hafens mit.

1928 – Entwicklung der Logistik

Die Gründung der Rheinisch-Westfälischen Baustoff- und Speditionsgesellschaft Ruhrmann & Co. GmbH bildete die Grundlage für das spätere Logistikgeschäft.

1930er - Infrastrukturbau

In den 1930er Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs war Hülskens vor allem im Bereich Wasserbau, Infrastrukturbau in Mittel- und Norddeutschland bzw. entlang des Rheins tätig. Hülskens galt seinerzeit als eines der größten und kompetentesten Bauunternehmen hinsichtlich Maschinenpark und Projekt-Know-how in der Branche.

Ab 1945 – Wiederaufbau und Rohstoffversorgung

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann die Bereitstellung mineralischer Rohstoffe für den Wiederaufbau von Städten und Infrastruktur an Bedeutung. Auch die Schiffbarmachung von Flüssen (Bergung gesunkener Schiffe, Befreiung von Trümmern) und Nutzung von Häfen und Wehranlagen, die zerstört worden waren gehörte zu den Aufgaben.

1958 – Einstieg in die Transportbetonproduktion

Mit der Herstellung und Lieferung von Transportbeton wurde ein weiterer Geschäftsbereich aufgebaut. Dieser Bereich wurde komplett bei der Heinr. Elskes GmbH & Co. KG in Duisburg angesiedelt. In späteren Jahren erfolgten weitere Ausgründungen und Erweiterungen im Bereich Produktion von Beton-Fertigteilen, Verarbeitung von Baustahl sowie Baustoffprüfung in Form der MELIUS Baustofftechnik GmbH.

In den Folgejahren wurden die Geschäftsbereiche Wasserbau, Kies- und Sandgewinnung sowie Logistik und Spezialversicherungen weiter ausgebaut und konsolidiert.

1989 - Spezialversicherer Otto Maurer Assekuranz kommt dazu

Der Assekuranzmakler Otto Maurer Assekuranz wird dem Firmenverband Hülskens gesellschaftsrechtlich angeschlossen. Ab 2003 Firmierung als OTTO MAURER Assekuranzmakler GmbH.

Entwicklung nach 1990

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden zusätzliche Standorte in Ostdeutschland erschlossen. Hinzukamen Hülskens-Liebersee (Sachsen), Hülskens-Barleben (Sachsen-Anhalt) und der Standort Hoppegarten (Brandenburg). Parallel entwickelten sich die Geschäftsfelder Wasserbau, Rohstoffgewinnung, Baustoffproduktion und Logistik weiter.

Neue Technologien und Geschäftsfelder

2020 – Hülskens Sediments

Mit der Gründung von Hülskens Sediments wurde das Leistungsspektrum um Technologien für das Sedimentmanagement und die Entsedimentierung von Staugewässern erweitert.

2021 – Ausbau des Hartgesteingeschäfts

Durch die Kooperation mit Steinbruchbetriebe Heinrich Ebel GmbH+Co. KG, Arnsberg, wurden die Aktivitäten im Bereich Hartgestein ergänzt.

2022 – World Dredgers in Wesel

World Dredgers wurde am Standort Wesel in den Firmenverband eingebunden und erweitert die Kompetenzen im Saugbagger für Kieswerke und Nassbaggerung (Herstellung und Wartung).

2025 – Ausbau von Vertrieb und Recycling

Mit neuen Aktivitäten im Recycling mineralischer Materialien wurden weitere Geschäftsfelder ergänzt. Aushängeschild ist die HydroMineral Recyling GmbH, Dortmund. In einem neuartigen, patentierten Verfahren wird teerhaltiger Straßenaufbruch in der Qualität Produktstandard 1 wieder aufbereitet.

Durch ein Joint-Venture mit der belgischen Group DeCloedt wurde das Geschäftsfeld Hartgestein um einen Steinbruch in Norwegen erweitert.

Um die Vertriebsstrukturen im Bereich mineralische Rohstoffe weiterzuentwickeln wurden die MBV Mineral- und Baustoff Vertriebsgesellschaft mbH in Deutschland sowie die MB Mineralen en Bouwstoffen B.V. in den Niederlanden gegründet.

Hülskens heute

Heute vereint der Hülskens Firmenverband zahlreiche Gesellschaften mit unterschiedlichen Kompetenzen rund um Rohstoffe, Baustoffe, Wasserbau, Logistik und Technik. Im Firmenverband, der in der 3. bzw. 4 Generation inhabergeführt ist beschäftigt fast 1000 Menschen. Unsere Unternehmensgeschichte zeigt die Entwicklung eines Familienunternehmens, das seine Geschäftsfelder über Generationen hinweg erweitert hat.